Madonna aus Holz, mittelrheinisch, um 1470

Am Ende des nördlichen Seitenschiffs finden wir in einer Nische der Ostwand eine weitere Mutter-Gottes-Figur. Die feingliedrige, wohl am Niederrhein entstandene Figur strahlt Würde und Erhabenheit aus.

An dieser Stelle möchten wir Sie einladen, doch in einer der ersten Bänke Platz zu nehmen und über die Bedeutung der Maria in der christlichen, besonders der katholischen Tradition nachzudenken!

Die Evangelien erzählen von Maria als von einer jungen Frau aus dem Volke Israel, die von Gott ausersehen ist, jenen Jesus zur Welt zu bringen, in dem Gott selber als Mensch unter Menschen leben, wirken und letztlich leiden und sterben wollte. In großer Bescheidenheit erfüllt sie (nach den Erzählungen der Evangelisten) diese Aufgabe und wird zugleich zu einer Anhängerin Jesu, die ihm bis über den Tod hinaus die Treue hält und in der frühen Gemeinde im Kreise seiner Jünger lebt.

So war es bald für viele Gläubige selbstverständlich, dass Gott für sie auch über ihr irdisches Leben hinaus eine Aufgabe vorgesehen hatte, damit Menschen seine Güte und Liebe erfahren können. Viele Gläubige trauten ihr zu, dass sie, so wie sie nach der Erzählung der Evangelien bereit war für andere zu bitten und zu vertrauen, auch nun, wo sie in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott sein darf, bittend und vertrauend für andere eintritt.

So sorgte der Glaube an die Fürbitte der Maria, gerade in Zeiten, in denen Gott als gestrenger absoluter Herrscher gezeichnet wurde, dafür, dass Gottes mütterliche Liebe zu den Menschen ihren Ausdruck fand.

Auch heute können viele Gläubige, besonders wenn die Last, die sie zu tragen haben, ihnen die Kraft zu beten und zu glauben raubt, am ehesten über das Bild der Gottesmutter Zugang zur mütterlichen Liebe Gottes finden.

Hier möchten wir Ihnen eine Übung“ anbieten:

Vielleicht mögen Sie jetzt noch einen Augenblick verweilen und sich an ein Ereignis in Ihrem Leben erinnern, wo Sie durch schwere Zeiten getragen wurden. Vielleicht liegt auf Ihrem Herzen auch jetzt eine Last. Sie dürfen sie in Ihren Gedanken ausbreiten und so der Liebe Gottes und der Fürbitte der Gottesmutter anvertrauen. Sie dürfen auch etwas dazu in das Buch der Fürbitten schreiben, das hier ausliegt.

Wenn Sie mögen, können Sie auch eine Kerze anzünden als ein Zeichen, das an diesem Ort bleibt, wenn Sie schon wieder fort sind, undsagt: Ich habe meine Freude und mein Leid vor der mütterlichen Liebe Gottes ausgebreitet.